Warum wir 2026 immer noch nicht digital wählen können — und was München dagegen tut
12:30 – 12:55 Uhr
Donnerstag, 2. Juli 2026
Deutschland digitalisiert Rezepte, Steuererklärungen, Führerscheine. Aber Wahlen? Da gilt: Stift, Papier, Wahlkabine. Punkt. Das hat Gründe — gute und weniger gute. Und es hat Konsequenzen: Wer nicht vor Ort sein kann, wird systematisch von demokratischer Teilhabe ausgeschlossen. Die Landeshauptstadt München versucht einen anderen Weg. Als eine der ersten Kommunen in Deutschland möchte sie eine digitale Personalratswahl erproben, unter realen rechtlichen Bedingungen. Nicht als Experiment im Labor, sondern als echte Wahl mit echten Stimmen. Was dabei sichtbar wird: Die technischen Möglichkeiten existieren. Die Hürden liegen im Wahlrecht, in der Verwaltung, im Datenschutz — und in der Frage, wie Vertrauen entsteht, wenn der Wahlzettel verschwindet. Dieses Panel bringt Forschung und Praxis zusammen. Wir zeigen, was technologisch möglich ist, wo die juristischen Grenzen verlaufen, welche neuen Formen demokratischer Beteiligung denkbar werden — und was es in der Praxis wirklich bedeutet, Demokratie neu zu denken. Mit Erfahrungen aus einem Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt -geförderten Forschungsprojekt der Universität der Bundeswehr München und Beteiligten aus der Stadtverwaltung.