16:30 – 17:20 Uhr
Freitag, 3. Juli 2026
Wenn es um Künstliche Intelligenz geht, lieben wir die ganz großen Zukunftsfragen: Superintelligenz, Maschinenherrschaft, das Ende der Menschheit, bedingungsloses Grundeinkommen für alle! Dabei passiert der Umbruch viel chaotischer, oft banaler – und vor allem schneller als alles, was wir kennen. Jede bisherige technologische Revolution – Industrialisierung, Elektrifizierung, Internet – hat Jahrzehnte gebraucht. Menschen hatten Zeit, sich umzuorientieren. Neue Berufe entstanden, bevor die alten verschwanden. Diesmal nicht. Zwischen „KI kann kein Bild malen" und „KI macht Illustratorinnen und Illustratoren arbeitslos" lagen 18 Monate. Generative KI schreibt Texte, baut Software, analysiert Daten, produziert Bilder und Videos. Tätigkeiten, die lange als sichere Wissensarbeit galten, geraten unter Druck. Gleichzeitig werden Desinformation, Überwachung und Manipulation billiger und skalierbarer als je zuvor. Die entscheidende Frage ist deshalb nicht, ob KI unsere Gesellschaft verändert – sondern ob sie schneller ist als unsere Fähigkeit, uns anzupassen. Stehen wir vor einem historischen Produktivitätsschub? Oder vor einem Anpassungsschock, bei dem Gesellschaft, Institutionen und Arbeitsmarkt einfach nicht mehr hinterherkommen?